Neues schaffen – Zukunft wagen - großer Umbruch in der Energiewirtschaft

Gegenwärtig erfolgt ein großer Umbruch in der Energiewirtschaft unseres Landes, der durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung verursacht wird. Die Gemeinden im Umfeld des Kraftwerkes Lippendorf und des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain sind davon besonders betroffen. Viele Einwohner haben in den Großbetrieben ihren Arbeitsplatz, den es spätestens 2035 nicht mehr geben wird. Neue Arbeitsplätze können nur durch Ansiedlung neuer, moderner Industriebetriebe geschaffen werden. Die große Politik gibt dafür außer finanziellen Versprechungen keine Unterstützung.

Die von den Stilllegungen Betroffenen müssen sich selbst helfen.

Finanzstarke Investoren haben ein Konzept entwickelt, dass mit einem großen Solarpark auf Flächen der Gemeinde Neukieritzsch und der Städte Böhlen und Rötha die  Grundlage für eine moderne, industrielle Entwicklung geschaffen werden kann.

Dafür sollen Rekultivierungsflächen des ehemaligen Tagebaus Witznitz II genutzt werden und ein großer Solarpark angelegt werden. Die Flächen werden gegenwärtig von landwirtschaftlichen Betrieben auf Grund der schlechten Bodenqualität mit mäßigem Erfolg bewirtschaftet. Deshalb sind auch die Landwirte bereit, sie langfristig zu verpachten.

Für den Solarpark ist eine Aufteilung in Teilflächen vorgesehen. Damit wird es möglich sein, Straßenverbindungen zwischen den umliegenden Orten zu erhalten oder neu zu schaffen. Rad- und Reitwege sowie Ruheplätze sollen die touristische Nutzung des gesamten Gebietes um den Hainer See unterstützen. Für die optische Begrenzung der Teilflächen sollen Hecken angepflanzt werden. Der Investor hat eine sehr umfangreiche und detaillierte Untersuchung der Auswirkungen auf Flora, Fauna und Habitat erarbeiten lassen, in der konkrete Maßnahmen aufgezeigt werden. Der Charakter des Gebietes wird sich von freier Landschaft in grünbegrenzte Bewegungsräume wandeln.

Die erzeugte Elektroenergie wird in der ersten Stufe in das Energienetz eingespeist.    Die technischen Voraussetzungen sind durch die vorhandene Netzstruktur gegeben. Um eine Speicherung der erzeugten Energie zu erreichen, wird in der zweiten Stufe eine Wasserstofferzeugung angestrebt. Der Wasserstoff kann dann sowohl in Elektroenergie zurückgewandelt als auch als Wertstoff in der chemischen Industrie oder als Betriebsmittel für Fahrzeuge Anwendung finden. Das Industriegebiet Böhlen-Lippendorf ist bereits an eines der drei in Deutschland betriebenen Rohrnetze für Wasserstoff angeschlossen.

Mit dem Aufbau einer Wasserstofftechnologie auf dem Territorium des Industriegebietes Böhlen-Lippendorf können neue Arbeitsplätze entstehen und der  industrielle Standort mit seinen Vorteilen für die Infrastruktur und für die Gesellschaft des gesamten Gebietes bliebe erhalten.

Die Konzepte finanzstarker Investoren wurden in vergangener Zeit immer kritisch betrachtet. Sie haben sich aber in unserem Gebiet erkennbar als vorteilhaft erwiesen. Beispielsweise wäre es den kommunalen Trägern bei ihrer schwachen finanziellen Ausstattung nicht gelungen, das Umfeld des Hainer Sees so zu gestalten wie wir es heute als touristisches Vorzeigegebiet vorfinden. Neue Formen des gesellschaftlichen Lebens wie der Strafvollzug in freier Form sind problemlos und bewähren sich entgegen der anfänglichen schweren Bedenken durch Teile der Bevölkerung.

Mit der Errichtung des Solarparks soll durch den Investor eine Stiftung gegründet werden, die eine ständige Übertragung von Geld aus dem Erlös des Solarparks erhalten wird. Es steht den beteiligten Kommunen in Neukieritzsch, Böhlen und Rötha zur Verfügung und eröffnet die Möglichkeit Vereine zu unterstützen, und Projekte zu fördern, die nicht zu den kommunalen Pflichtaufgaben gehören.

Mit dem Solarpark Witznitz kann eine neue Keimzelle für eine industrielle Entwicklung entstehen, die durch die Bevölkerung und die Kommunen unterstützt werden sollte.

 

Claus Bruncke

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